Das neue iPhone ist da – Wann kommt das iPhone 4G nach Österreich?
Heute war es so weit. Auf der WWDC, der Apple World Wide Developers Conference, wurde das neue iPhone 4G der Weltöffentlichkeit präsentiert. Zuvor gehütet wie ein Staatsgeheimnis, gab es die ersten Gerüchte, nachdem angeblich eines der neuen Wunder-Telefone in einer Bar in San Jose gefunden. Nun ist es da. Und wie immer schaut es gut aus. Aber können die neuen Funktionen überzeugen? Und wann wird es in Österreich erhältlich sein?
Die Features
Als Video-Geek bin ich am meisten gespannt auf die integrierte 720p HD Kamera. Nicht nur aufzeichnen kann man HD-Videos, nein, auch schneiden. Dafür wurde eigens eine iMovie HD App entwickelt. Ich bin gespannt, wie der Mobiltelefon-Prozessor sich beim Bearbeiten von Bewegtbild macht. Das Feature könnte jedenfalls sehr schnell in anderen Smartphones übernommen werden und zu einem weiteren Hype in Sachen Informationsvermittlung auf Video-Basis sorgen. Das iPhone verfügt zudem über eine zweite Kamera für Videotelefonie, welche aber vorerst nur über WLAN, nicht aber über den Mobilfunkanbieter angeboten wird. Die integrierte 5MP Kamera wird durch einen LED-Blitz unterstützt, der im Video-Modus als Kameralicht fungiert. Was hat das 4G noch zu bieten?
Von Multitasking bis Retina Display
Erstmals kann ein iPhone mehrere Apps gleichzeitig öffnen. Damit entwickelt sich das Phone endgültig zum portablen Mini-Computer. Versprochen wird dabei hohe Performance, die höhere Akku-Leistung soll die neu entwickelte Batterie kompensieren. Durch das iOs4, wird Multitasking auch auf dem iPhone 3Gs möglich, allerdings nur bei Apps, die für das 4G geschrieben wurden.
Zum Display. Apple spricht vom hochauflösendsten Display aller Zeiten. Was mit 326 pixels/inch rein technisch auf jeden Fall Weltrekord ist. Ob es sich wirklich derart von der Konkurrenz absetzen wird, ist abzuwarten.
Eine weitere Neuerung, die bei Konkurrenzprodukten bereits eingesetzt wird, ist ein zweites Mikrofon, das die Sprachqualität verbessern soll.
Das Design
Nicht nur die Auflösung des Displays ist rekordverdächtig, auch die Maße sind beeindruckend. Mit nur 9,8 Millimetern ist das iPhone 4G das dünnste Smartphone am Markt. Ein Aluminiumrand umrahmt das Handy. Die Oberfläche ist aus gehärtetem Glas, das lt. Apple um ein Vielfaches resistenter sein soll, als das des 3GS. Außerdem hat das Phone 6 Bewegungssensoren bzw. Beschleunigungssensoren eingebaut, welche für neues Feeling in Sachen Handy-Gaming sorgen sollen.
Schwächen
Das iPhone 4G wird, wie seine Vorgänger, keinen zusätzlichen Speicherkarten-Slot. Es weist in der größten Version 32 Gigabyte Speicher auf. Bei der Datenübertragung bleibt man beim HSPA-Standard, welcher eine Downloadrate von 7,2 MBit/sek aufweist. Keine große Revolution also. Trotz allem bin ich kein Prophet, wenn ich schon jetzt ankündige, dass das Smartphone zum absoluten Verkaufsschlager mutieren wird. Wie sein großer Bruder, das I-Pad, von dem Apple-Boss Jobs heute die zwei Millionste verkaufte Einheit bekannt gab.
Verkaufsstart in Österreich
Ein Verkaufsstart für Österreich steht noch nicht fest, laut Chip.de wird das Handy in Deutschland aber ab 24. Juni in den Verkauf gehen. In Österreich wird es weiterhin über Orange und T-Mobile erhältlich sein. Tarife und Preise sind mir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt.
Kein Google Nexus One bei Orange – CEO Michael Krammer nimmt Stellung
Nachdem in diversen Mobilfunk-Foren darüber diskutiert wird, warum Orange sich schon im Vorhinein gegen das Google-Handy entschieden
hat und sehr viele Gerüchte dazu kursieren, habe ich gestern einen gefragt, der es am besten wissen muss. Orange Austria CEO Michael Krammer.
Gegensätzlich der öffentlichen Stellungnahme (es gehe um den Schutz der Privatsphäre der Orange-Kunden) erklärte mir Herr Krammer seine Position etwas detaillierter.
Hauptgrund dafür, dass das von HTC produzierte Phone nicht ins Orange-Sortiment gelangen wird, ist der von Google vorgeschriebene Vertriebsweg. “Ich lasse mir doch nicht von Google mein Geschäftsmodell vorschreiben”. Hintergrund: Das Handy wird ausschließlich über einen Google Onlineshop zu kaufen sein. Das heißt der Vertrag wird beim jeweiligen Mobilfunkanbieter abgeschlossen, diese verpflichten sich, die Sim-Karten an Google zu schicken und von dort geht das Handy weiter an den Kunden. Was dabei mit den SIM-Karten passiert, bleibt jedoch unklar, was Krammer als eine Sicherheitslücke sieht, die er seinen Kunden nicht zumuten will.
Ein weiterer Grund ist der Mangel an Innovation im Nexus One. I-Phone Fan Krammer: “Das Nexus One ist ein HTC-Handy mit Google-Logo drauf. Was soll daran besonders sein?”. Weiters zweifelt er an den Qualitätsvorteilen der Android-Plattform gegenüber Apples I-Phone OS 3.0.
Um die gängige Meinung zu behandeln, Krammer wollte sich nur keine Konkurrenz zum I-Phone in’s Haus holen: “Ich werde mir doch nicht mein eigenes Geschäft ruinieren”. Da ist also durchaus was dran. Wie ich finde, eine legitime Entscheidung.
Abseits der Nexus One Geschichte brachte er einen sehr interessanten Aspekt beim gestrigen Vortrag am Insitut für Unternehmensführung auf der WU. Zum Thema Zukunft der Mobilfunkbranche meinte er: “Wir entwickeln gerade ein Modell, das auf Loyalität aufbaut. Wir wollen weg von diesem ewigen Preiskampf um ein paar Cent mehr oder weniger”. Auf Nachfrage, was dies im Konkreten bedeute, meinte er, dass das in der Entwicklung stehende Modell ein freies sei, ohne jegliche Bindung, bei dem man komplett auf Mindestvertragsdauer und weitere Dinge, die er nicht namentlich nannte verzichte. Er könnte sich durchaus auch vorstellen, dass Telefonieren in Zukunft auch gratis sein könne.
Das Modell ohne MVD hat tele.ring ja bereits eingeführt. Was sonst noch kommt, bleibt interessant. Ich durfte mit einem sehr ehrlichen, geradlinigen Michel Krammer sprechen, der seine Entscheidungen unverblümt argumentiert, ohne um den heißen Brei zu reden.




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