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Kein Google Nexus One bei Orange – CEO Michael Krammer nimmt Stellung

Geschrieben von Manuel Gruber am 15. Januar 2010

Nachdem in diversen Mobilfunk-Foren darüber diskutiert wird, warum Orange sich schon im Vorhinein gegen das Google-Handy entschieden

Im Gespräch mit Michael Krammer, CEO Orange Austria

Im Gespräch mit Michael Krammer, CEO Orange Austria

hat und sehr viele Gerüchte dazu kursieren, habe ich gestern einen gefragt, der es am besten wissen muss. Orange Austria CEO Michael Krammer.

Gegensätzlich der öffentlichen Stellungnahme (es gehe um den Schutz der Privatsphäre der Orange-Kunden) erklärte mir Herr Krammer seine Position etwas detaillierter.

Hauptgrund dafür, dass das von HTC produzierte Phone nicht ins Orange-Sortiment gelangen wird, ist der von Google vorgeschriebene Vertriebsweg. “Ich lasse mir doch nicht von Google mein Geschäftsmodell vorschreiben”.  Hintergrund: Das Handy wird ausschließlich über einen Google Onlineshop zu kaufen sein. Das heißt der Vertrag wird beim jeweiligen Mobilfunkanbieter abgeschlossen, diese verpflichten sich, die Sim-Karten an Google zu schicken und von dort geht das Handy weiter an den Kunden. Was dabei mit den SIM-Karten passiert, bleibt jedoch unklar, was Krammer als eine Sicherheitslücke sieht, die er seinen Kunden nicht zumuten will.

Ein weiterer Grund ist der Mangel an Innovation im Nexus One. I-Phone Fan Krammer: “Das Nexus One ist ein HTC-Handy mit Google-Logo drauf. Was soll daran besonders sein?”. Weiters zweifelt er an den Qualitätsvorteilen der Android-Plattform gegenüber Apples I-Phone OS 3.0.

Um die gängige Meinung zu behandeln, Krammer wollte sich nur keine Konkurrenz zum I-Phone in’s Haus holen: “Ich werde mir doch nicht mein eigenes Geschäft ruinieren”. Da ist also durchaus was dran. Wie ich finde, eine legitime Entscheidung.

Abseits der Nexus One Geschichte brachte er einen sehr interessanten Aspekt beim gestrigen Vortrag am Insitut für Unternehmensführung auf der WU. Zum Thema Zukunft der Mobilfunkbranche meinte er: “Wir entwickeln gerade ein Modell, das auf Loyalität aufbaut. Wir wollen weg von diesem ewigen Preiskampf um ein paar Cent mehr oder weniger”. Auf Nachfrage, was dies im Konkreten bedeute, meinte er, dass das in der Entwicklung stehende Modell ein freies sei, ohne jegliche Bindung, bei dem man komplett auf Mindestvertragsdauer und weitere Dinge, die er nicht namentlich nannte verzichte. Er könnte sich durchaus auch vorstellen, dass Telefonieren in Zukunft auch gratis sein könne.

Das Modell ohne MVD hat tele.ring ja bereits eingeführt. Was sonst noch kommt, bleibt interessant. Ich durfte mit einem sehr ehrlichen, geradlinigen Michel Krammer sprechen, der seine Entscheidungen unverblümt argumentiert, ohne um den heißen Brei zu reden.